Die Geschichte der Scottish Fold
Im
Jahre 1961 wurde die „erste“ Hängeohrkatze geboren. Dieses Wunder
geschah in Schottland auf einem kleinen Bauerhof bei Coupar Angus/Perthshire.
Die Familie McCrae behielten das kleine weisse Kätzchen mit den
Faltohren und nannten es Susie.

William
Ross, der Nachbar der Familie McCrae sah das besondere Kätzchen und erzählte
seiner Frau davon. Mary Ross war so fasziniert von dem Kleinen, das sie
sich auch eines wünschte. Also gaben ihr die McCraes schliesslich das
Versprechen, das sie auch ein solches Kätzchen bekommen würde, sobald
Susie Junge hat.
Zwei
Jahre vergingen und Susie bekam im Juli endlich einen Wurf mit zwei
Faltohrkätzchen. Das weisse Katzenmädchen kam zur Familie Ross und sie
nannten es „Snooks“, was soviel heisst wie „ätsch“!
Ein
Jahr später wurde Snooks mit einem rotgetigerten Hauskater verpaart und
bekam im August einen weissen faltohrigen Sohn namens „Snowball“.
William
Ross kaufte dann für Snowball eine passende Partnerin, die weisse British
Shorthair Dame „Lady May“.
Aus
dieser Verpaarung entstanden fünf Faltohrkatzen.
Snooks
wurde dann noch mit dem blauen British Shorthair Kater „Ryeland`s Regal
Gent“ verpaart und bekam von ihm zwei Faltohrkätzchen. Ein Katerchen
namens „Denisla Hector“ und eine Kätzchen namens „Denisla Hester of
Mini“.
Diese
beiden Kätzchen von Snooks und der fünfer Wurf von Lady May bildeten den
Grundstock für alle nachfolgenden Faltohrkatzen.

Der
passende Zuchtpartner:
Die
Scottish Fold wird bezüglich ihrer Ohrform prinzipiell mischerbig
gezüchtet. Ein Elterntier ist also faltohrig, das andere ist normalohrig.
Die
Anlage für Faltohrigkeit wirkt dominant, d.h., es ist nicht nötig, dass
ein Junges die Anlage von beiden Eltern erhalten muss, um selbst Faltohren
auszubilden. Normalohrigkeit hingegen ist gegenüber Faltohrigkeit
rezessiv. Ein Kätzchen bekommt nur dann die normale, aufrecht stehende
Ohrform, wenn es die Anlage dafür von beiden Eltern erhalten hat. Es ist
dann für Normalohren reinerbig. Diese Scottish Straights sind die
unentbehrlichen rassezugehörigen Zuchtpartner der faltohrigen Schotten.
Als solche werden sie ordnungsgemäss eingetragen und in allen
vorschriftsgemässen Farben anerkannt. Sie sind natürlich auch
ausstellungsfähig und konkurrieren um Champion- und andere Titel wie jede
andere Rassekatze auch.
Eine
typvolle Scottish Straight ist unter Züchtern sehr gefragt, denn sie
trägt alle erforderlichen Merkmale der schottischen Katze. Bis auf die
Ohrform gleicht sie der Scottish Fold und ist darum ideal zur
mischerbigen, gesunden Zucht der Scottish Fold. Wenn anstelle der echten
Scottish Straight eine British Shorthair oder Kartäuser in ein
Zuchtprogramm einbezogen wird - solche Paarungen sind grundsätzlich
zulässig-, so kann dies auch aus Gründen der Zuchtbasis-Erweiterung sehr
sinnvoll sein. Die Faltohrigkeit bleibt dank der Dominanz erhalten in der
nächsten Generation.
Die
Schottin trägt als Vertreterin einer verhältnissmässig jungen Rasse
noch Hauskatzenblut und der Erbe aller möglichen Kurzhaar-Rassen aus der
ersten Zeit des Zuchtbeginns in sich. Sie wurde in den USA bin in die 70er
Jahre kaum auf etwas anderes hin ausgelesen als auf die Ohrform und
Gesundheit. Dabei wurden neben American Shorthairs auch Burmesen,
Hauskatzen und Exotic Shorthairs eingekreuzt. Farbzucht spielte eine ganz
untergeordnete Rolle. Entsprechend ungefestigt sind viele äussere
Erscheinungsmerkmale noch heute.
Seit
den 80er Jahren arbeiten einige Amerikaner planmässig mit Scottish
Straight Linien, die sie regelmässig mit Fremdeinkreuzungen versehen. Auf
diese Weise wird die Faltohrkatzen-Linie immer wieder
"verdünnt", ohne durch eine direkte Rassekreuzung zu viel an
Typ einzubüssen.
Das
Prinzip der "Verdünnung" ist ein langer, aber
erfolgreicher Weg in Richtung auf das erstrebte Fernziel, eines Tages
reinerbige Faltohrkatzen ohne Neigung zu Skelettver- änderungen züchten
zu können. Die Dominanz des Faltohrgens ist ein glücklicher Umstand,
denn die dadurch möglichen vielen Fremdeinkreuzungen erzeugen bei der
Scottish Fold eine besondere Vitalität, einen Effekt, der auch als "Luxurieren
durch Blutauffrischung" bekannt ist.

Rassestandard
der Scottish Fold
Allgemeines:
Die
Scottish Fold entstand als Naturmutation von schottischen Bauernkatzen.
Die Rasse wurde in Schottland und
England durch Kreuzungen mit British Shorthair und Hauskatzen aufgebaut.
In Amerika wird American Shorthair und British Shorthair eingekreuzt, in
Europa massive Europäisch-Kurzhaarkatzen. Alle echten Scottish Folds sind
Nachkommen von Susie, der ersten Faltohrkatze, entdeckt von den Begründern
der Rasse, William und Mary Ross.
Kopf:
Gut
gerundet; Kinn und Kiefer kräftig. Die Schnauze soll gut gerundete
Schnurrhaarkissen aufweisen. Der Kopf soll in einen kurzen Nacken übergehen.
Dicke Backen; Kater sind besonders pausbäckig.
Augen:
Weit
geöffnet mit lieblichem Ausdruck. Gross, rund und durch einen breiten
Nasenrücken getrennt. Augenfarbe wie von Standard verlangt zur Fellfarbe
passend.
Nase:
Kurz
mit leichter Kurve. Ein kurzer Stop ist erlaubt, aber ein ausgesprochener
Break wird als Fehler bewertet. Das Profil erscheint nicht extrem im Typ.
Ohren:
Vorwärts
und abwärts gefaltet, klein. Kleinere, eng gefaltete Ohren werden gegenüber
grösseren, lose gefalteten Ohren bevorzugt. Die Ohren sollten wie ein Käppchen
über den Kopf liegen und dadurch die Rundheit des Schädels betonen.
Ohrspitzen abgerundet.
Körper:
Mittelgross,
gerundet und ebenmässig von der Schulter bis zum Becken. Die Katze wirkt
standfest und wohlgenährt. Sie darf keinerlei Anzeichen von verdickten,
kurzen, derb gebauten Beinen aufweisen, die ihre Beweglichkeit einschränken.
Die Katze erscheint insgesamt gut gebaut und ist von mittelschwerem
Knochenbau. Mangelhafter Typ ist ein Fehler. Weibliche Tiere können etwas
kleiner sein.
Schwanz:
Er
sollte mittellang bis lang, doch in Proportion zum Körper sein, dabei
beweglich und spitz zulaufend. Bevorzugt wird ein längerer, spitz
zulaufender Schwanz.
Fell:
Dicht,
plüschig, mittelkurz, weiche Textur, ohne totes Haar. Weder flach noch
eng anliegend, sondern wegen seiner Dichte etwas vom Körper abstehend. Je
nach Farbe und Jahreszeit kann die Felltextur variieren.
Disqualifikation:
Bei
Knickschwanz, bei verkürztem Schwanz, bei einem Schwanz der wegen
abnormal verdickter Wirbel unbeweglich ist.

Bewertung
Die
Anteile für die Bewertung sind folgende:
Kopf
(55)
Ohren..........................................................................25
Punkte
Kopfform,
Hals, Schnauze, Kinn, Profil...................................15 Punkte
Augen.........................................................................15
Punkte
Körper
(40)
Körperbau,
Beine, Pfoten..................................................10 Punkte
Schwanz......................................................................20
Punkte
Fell...........................................................................10
Punkte
Farbe
(5)
Fellfarbe
und Augenfarbe.................................................5 Punkte
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100 Punkte
(Informationen:
Scottish-Fold-Katzen von Ortrun Wagner,
Paul
Parey Verlag)
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